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Wettkampftest

Neben vielen kleinen Events war es nun endlich soweit. Ich sollte meinen ersten Halbmarathon laufen, in Kassel wo vor ziemlich genau einem Jahr alles begann. Ohne meine 4 Monate dort hätte ich wohl nie mit dem Laufen begonnen – eine Situation , die ich mir heute gar nicht mehr vorstellen kann. Und ebenso unvorstellbar ist es mittlweile einen Wettkampf oder auch nur ein Training ohne den Forerunner 610 zu absolvieren. Beim Strongmanrun musste ich erleben wie es ist so ganz ohne Paceangabe und Pulsmessung zu laufen – der Forerunner war einfach zu schade für Matsch und Wasserbecken.

Aber in Kassel durfte er natürlich nicht fehlen, vor allem bei den angekündigten Temperaturen war in jedem Fall nach Puls laufen angesagt. Denn im Sanitätszelt oder gar im Krankenhaus wollte ich keinesfalls landen, nur weil ich mich von der Masse mitreißen ließ und viel zu schnell unterwegs war. So wurde der Forerunner am Vorabend noch brav geladen – nicht weil er leer war, nur als Sicherheit. Der Akku hält bei mir noch immer sehr lange, wahrscheinlich da ich ihn wirklich nur lade wenn er ganz leer ist und die Uhr auch manchmal wirklich “leerlaufen lasse“. Wenn ich im Training dann mal den letzten Kilometer nicht draufhabe, finde ich das nicht so schlimm als dauerhaft eine schlechte Akkuleistung zu haben.

Beim Training war der Forerunner schon eine riesen Hilfe, ich konnte systematisch auswerten wie ich schneller wurde und mir eine realistische Zielzeit für den Halbmarathon in Kassel setzen. Meinen Trainingsplan konnte ich berufsbedingt zwar nicht einhalten, aber immerhin wusste ich was möglich sein würde.

So stand ich also am Start zwischen lauter anderen Halbmarathonläufern und schickte meinen Forerunner schon mal auf Satellitensuche. Der Start befand sich unter dichten Bäumen, sehr angenehm schattig aber für das GPS-Signal nicht gerade super. Trotzdem fand der 610er schnell ein starkes Signal, die anderen Pulsuhren um mich herum schienen weder den Satellitenempfang noch die Herzfrequenzübertagung zu beeinflussen. Einmal verlor er kurz das GPS-Signal, doch als es losging, hatte ich Empfang und verlor ihn den gesamten Lauf über nicht mehr.

Nach den ersten paar Kilometern schaute ich neben der Pulsanzeige dann doch mal nach der Geschwindigkeit – hui, 5.47/km, ich war zu schnell unterwegs. Das sei auf den ersten paar Kilometern normal, doch auch bei 5 und 6 war ich noch zu flott unterwegs. Der Puls hielt sich aber auf einem hohem Niveau stabil und ich dachte mir nur “dann läufst du jetzt Zeit heraus, die du dann gegen Ende dranhängen kannst“. Der “Einbruch” kam bei den Steigungen auf Kilometer 12 bis 14, aber ich fing mich wieder, immer den Puls im Auge.

Alle 2 Kilometer schüttete ich mir entweder becherweise Wasser über den Kopf oder nutzte die “Duschmöglichkeiten” der hiesigen Feuerwehr. Den Forerunner ließ das bis auf ein paar Wasserflecken unbeeindruckt. Klatschnass hatte ich trotzdem noch eine gute Übertragung der Herzfrequenz und der Pulsgurt blieb an Ort und Stelle. Als ich nach 21,1 km in der Hitze endlich ins Ziel kam, war ich nur noch glücklich. Selbst daheim war ich noch ziemlich fit, nach einer Dusche und einer leckeren Portion Lasagne fiel die Bestandsaufnahme und Auswertung bei Garmin Connect positiv aus. Der Forerunner hatte die ganze Strecke störungsfrei angezeigt, mir eine kontinuierliche Beurteilung der Herzfrequenz ermöglicht und bis auf kleine Schürfungen im Pulsgurtbereich auch keine Spuren hinterlassen.

So klatschnass wie ich am Ende war, wunderte mich dies jedoch kaum. Und ich hatte mich auf deutlich mehr Wehwehchen eingestellt!;-) Danke Garmin für eure tolle Unterstützung, ich liebe diese Uhr einfach!

Voll verkabelt – Forerunner 610 vs. EKG

Nun besitze ich den Forerunner 610 schon ein ganzes Weilchen und bin immer noch genauso begeistert wie zu Beginn. Vieles hat sich in den letzten Wochen geändert und die Uhr hat mir trotz stressigem Berufstart, lauter Papierkram und einer allgegenwärtigen Müdigkeit doch immer tapfer zur Seite gestanden, wenn ich es dennoch schaffte eine Runde laufen zu gehen. Es ist eben doch ein Motivationsschub zu wissen, man kann seine Leistung abends genau erfassen und mit anderen teilen. Die Uhr macht einfach Spaß und dank der Tanita BC-1000 Waage benutze ich sie sowieso täglich mindest einmal. Einbußen was die Akkuleistung angeht habe ich dabei noch nicht bemerkt und die Waage zeigt auch ganz brav konstante Werte an.

Einem kleinen Test wollte ich den Forerunner 610 jedoch noch unterziehen, da sich mir eben recht leicht die Möglichkeit bot (Anfänger haben immer einen erfahrenen Kollegen an ihrer Seite, also keine Angst um die schlafenden Patienten ;-) ): In meiner Mittagspause verkabelte ich mich kurzerhand selber an unserem EKG-Monitor und band den Textilgurt um. Eine genauere Methode zur Pulsmessung kann man wohl auf die Schnelle nicht finden und ich war sehr gespannt wie sehr Monitoranzeige und Pulsuhr übereinstimmen. Gar nicht so leicht die Uhr zu halten und dann per Smartphone ein Foto zu schießen – dies erklärt die Bewegungsartefakte im EKG, keine Sorge ich bin gesund! :-D

Nach einer kleinen Vorwärmphase und reichlichem Anfeuchten der Kontakte am Textilgurt konnte ich meinen Vergleich anstellen…

Die Werte variierten maximal um 2 bis 3 Schläge, wobei das geeichte EKG natürlich ein paar Milisekunden schneller reagierte. Alles in allem für eine Sportuhr sehr genau, denn ob der Puls beim Training nun 154 oder 156 Schläge pro Minute beträgt, ist sicherlich auch für den ambitionierten Marathonläufer nicht essentiell wichtig. Fakt ist, die Uhr zeigte bei mir in Ruhe sehr realistische Werte an und alle Änderungen (wie zum Beispiel durch meinen 5. Kaffee und die gefühlte 20 Schwestern, die hereinkamen und wissen wollten, was ich denn da mache) wurden sehr zeitnah übertragen.

Wie sich das ganze unter Belastung verhält, konnte ich so angekabelt nicht testen (sehe auch blöd aus mit einem mobilen Monitor durch den OP zu joggen, das Beweisfoto hätte ich wohl dabei eh nicht schießen können), dafür hatte ich ja den Uhrenvergleich und werde den Forerunner 610 sicherlich zu meinem ersten Belastungs-EKG vor dem Halbmarathon mitnehmen. Man darf also weiter gespannt sein.

Laufen & Teilen – Datenanalyse am PC

Nun ein paar Worte zur Auswertung der Trainingsdaten mit dem Forerunner. Prinzipiell kann man sich entscheiden, ob man seine Läufe lieber für sich allein auf dem Desktop analysiert oder alles online archiviert und nach Belieben Strecken und Fortschritte mit anderen Läufern teilt.

Die Auswertung auf der Festplatte erfolgt mit dem Programm Training Center für die Onlinearchivierung der Daten muss zunächst ein Garmin Connect-Account eingerichtet werden. Man kann natürlich auch beiden Varianten parallel nutzen.

Um die Daten von der Uhr überhaupt auf den Computer zu bekommen, benötigt man den mitgelieferten USB ANT Stick. Schon auf der Tüte des Sticks wird per Aufkleber gewarnt, diesen nicht sofort in den USB Slot zu stecken, sondern erst hier einen Treiber herunterzuladen. Leider kein Direktlink und auch etwas schwammig formuliert, denn auf der englischen Garmin Homepage kann nun den Treiber, den Treiber im ANT Agent und Treiber im ANT Agent + Training Center herunterladen. Natürlich gibt es auch unterschiedliche Treibersoftwares für Windows und Apple Mac (auf Linux werde ich es demnächst ausprobieren). So hatte ich zunächst nur den Treiber installiert, den Stick hereingesteckt, mich gewundert und erst danach das benötigte ANT Agent-Programm heruntergeladen. Dies sagte mir natürlich gleich, ich dürfe keinesfalls schon den USB Stick anschließen – war aber eben schon passiert.

Nicht weiter schlimm, da der Treiber drauf war, aber so richtig funktionierte das ganze dann noch immer nicht. Der ANT Agent fand nämlich die Uhr nicht, egal wie dicht sie neben dem Stick lag und obwohl ich sie aus dem Standbymodus holte. Nach diversem Deinstallieren und Installieren, suchte ich die Garmin Hilfeseite der Homepage ab. Diese ist wirklich Gold wert, denn sofort fand ich den Fehler: man muss an der Uhr die „anfängliche Kopplung einschalten“. Ob die nun immer bei der werksfrischen Uhr ausgestellt ist, weiß ich nicht, aber bei mir war es so. Prüfen kann man dies an der Uhr über Menü < Einstellungen < System < Datenübertragung – bei „anfängliche Kopplung“ gegebenenfalls einschalten.

Danach klappte alles sofort, der ANT Agent übertrug die Daten in das Training Center. Ein Garmin Connect Konto hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht, also kein Häkchen bei „mit Garmin Connect verbinden“. Die Daten wollte ich auch nicht gleich von der Uhr löschen, falls doch was schief geht, daher auch im zweiten Kasten kein Häkchen. Benennen kann man seinen Forerunner auch noch.

Erst einmal schaute ich mir meine Läufe im Training Center an. Im Verlauf sind die Aktivitäten wochenweise aufgeführt. Durch Anklicken eines Laufes, sieht man sofort die Karte mit seiner Strecke sowie eine Kurve, die Pace und Herzfrequenz über den gelaufenen Zeitraum anzeigt. Unter „Gesamt“ werden Entfernung, Dauer, Durchschnitts-Pace und –Geschwindigkeit, maximale Geschwindigkeit, Kalorienverbrauch, durchschnittliche und maximale Herzfrequenz des gesamten Laufs sowie pro Runde angezeigt. Des Weiteren erhält man eine tabellarische Einteilung der Pulsbereiche, in denen trainiert wurde.

Um meine Läufe mit dem #twitterlauftreff teilen zu können, wollte ich aber nun doch ein Garmin Connect Konto haben. Die Anmeldung war denkbar leicht, genau wie das manuelle Hochladen von der Website aus. Aber wie verknüpft man nun nachträglich den ANT Agent damit? Beim Doppelklick auf das Fenster öffnet sich lediglich das bekannte Fenster zur Datenübertragung. Mit etwas Herumklicken und durch den #twitterlauftreff erfuhr ich, man müsse das Communicator Plugin installieren. Danach funktionierte es aber trotzdem nicht. Auch nach Desinstallation und erneuter Installation kam ich nicht mehr auf das Fenster, um das Häkchen zu setzen. Auf der Garmin Connect Seite wurde aber nur dieser eine Weg beschrieben. Hier half mir der Garmin Support @GarminD über Twitter schnell weiter: über einen Rechtsklick mit der Maus auf das kleine Taskleistensymbol kommt man doch in Geräteeinstellung, dort lässt sich das Häkchen setzen. Beim nächsten Hochfahren des Computers wird dann nach Benutzernamen und Passwort des Garmin Connect Accounts gefragt. Danach funktioniert alles wie von selbst, alle Daten werden automatisch hochgeladen.

 

Auf der Plattform lassen sich dann Daten wie das Körpergewicht, Geschlecht und Größe ergänzen, andere Trainings manuell hochladen, Ziele eingeben und sein Profil kann man auch erstellen bzw. abändern. Unter Menüpunkt „Strecken“ kann man neue Laufrouten virtuell in GoogleMaps planen und Läufe mit derselben Strecke vergleichen. Man wird über „erste Schritte“ langsam herangeführt und es macht richtig Spaß sich neue Wege zu suchen.

Natürlich ist auch die Verknüpfungen zu den verwendeten sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter & co. möglich, so werden Freunde und Trainingspartner über ausgewählte oder eben über alle Aktivitäten informiert. Lieblingsstrecken können geteilt und ausgetauscht werden, andere die eigenen Trainingserfolge im Verlauf verfolgen – aber alles eben nur, wenn man entsprechende Daten für alle sichtbar macht.

Also noch eimal kurz zusammengefasst für alle die einen neuen Forerunner 610 erstanden haben:

  1. Sofern noch nicht vorhanden Garmin Connect Account einrichten
  2. ANT Agent ohne oder mit TC herunterladen
  3. Communicator Plugin herunterladen
  4. “anfängliche Kopplung” an der Uhr einschalten
  5. ANT Agent Menü folgen

Hoffentlich klappt dadurch bei euch alles etwas schneller – viel Spaß & einen guten Laufstart ohne viel Gerutsche ins Jahr 2012! Eure Jola

Wieso, weshalb, warum muss es denn der Forerunner 610 sein?

Ich wühlte mich vor einigen Wochen noch durch das Handbuch meines neuen Forerunner 610, damit ich nur keine Funktion, keine Möglichkeit, mein Training zu verbessern und effektiver zu gestalten, übersehe. Außerdem bekommt man mit so einem Garmin nicht nur eine einfache Uhr zum Aufziehen, sondern zusammen mit Garmin Connect ein ganzes Trainingscenter an die Seite gestellt, das zudem auch eine detaillierte Auswertungen mit der Tanita BC 1000 Waage ermöglicht.

Nachdem man nun ja hier das Fazit der einzelnen Mittester nachlesen kann, möchte ich mich ihnen anschließen, aber ihnen zunächst an dieser Stelle für die einzigartige Unterstützung danken. Es war wunderbar euch kennenzulernen und wir hören & lesen uns sicher wieder.

Es war mir eine Freude als Tester hier dabei sein zu können und dass ich von Garmin die tolle Ausrüstung zur Verfügung gestellt bekommen habe.

Eine kleine, aber durchaus repräsentative Umfrage in mehr oder weniger sportlichen Kreisen, bestätigt mein erstes Staunen, denn die ersten Fragen betrafen immer den Touchscreen. Frauen, einschließlich meiner Person, fragten sich zwar, ob es andere Farben für das Armband gibt – aber wir wollen nicht ablenken, denn an Schlichtheit und Eleganz ist der Forerunner 610 wohl kaum durch einen anderen Sportcomputer zu toppen.

Warum ich mir den Forerunner 610 im Vergleich zum 210er eher kaufen würde, habe ich bereits hier beschrieben. Zusammenfassend noch einmal alles in einer Übersicht über die Vor- & Nachteile des 610er:

Vorteile in der Reihenfolge, wie sie für mich wichtig sind:

-         GPS Aufzeichung

-         Anzeige umfassender Daten wir Pace & Rundenzeiten (hatte ich vorher nicht, ist aber für ein gezieltes Training und die Optimierung einzelner Einheiten absolut notwendig), Herzfrequenz, Distanz…

-         Touchscreen, der unter allen Bedingungen bedienbar (Regen, Handschuhe)ist, verfügt über ein hoch aufgelöstes Display

-         Intuitive Menüführung

-         Design/Größe

-         Vibrationsalarm

-         Virtueller Partner, virtuelles Rennen

-         Auto Pause

-         Einstellbare Trainingseinheiten

-         Individualisierbare Seiteneinstellungen

-         Navigation zu Positionen

-         Übertragung per ANT Stick (kabellos)

-         Wechsel zwischen Lauf- und Radeinheiten möglich

-         Aufladen per Magnetclip ohne Ladekralle (schnell und einfach)

-         Kompatibel mit der Tanita BC 1000

-         Anzeige des Trainings Effect (TE, Trainingseffekt)

-         Zubehör wie Geschwindigkeits- & Trittfrequenzsensor, Laufsensor erhältlich

-         Kann als normale Uhr getragen werden

 

Nachteile

-         Akkulaufzeit beträgt 8 Stunden

-         Keine Multisportfunktion, da ist der FR310XT immer noch die bessere Wahl

-         Nicht wasserdicht

-         Keine Möglichkeit Strecken nachzulaufen

-         Energiesparmodus sollte zeitlich veränderbar sein

Und zum Schluss? Noch eine kleine Auszeichnung von mir: die einzelnen Details zum Thema Navigation zu einzelnen Positionen hat ja Kathi so schön beschrieben und dem kann ich mir nur anschließen – rein in den Wald, zick zack gelaufen, dann verlaufen und das vorher einprogrammierte Zuhause oder den Startpunkt als Ziel angeben und schon wird man wieder zurück geführt (auch sehr praktisch auf Reisen, wenn man gern mal die Orientierung verliert). Mit dieser Funktion handelt sich der Forerunner eindeutig dieses Prädikat Angsthasensicher ein!