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Der erste Lauf

Mittelhessen, 8°C, bewölkt aber trocken. Perfektes Laufwetter für den ersten Testlauf mit dem Forerunner 610. Nach einer verletzungsbedingten Zwangspause und mit dem schicken Alleskönner am Handgelenk war ich so hochmotiviert, dass ich fast aus der Haustür stürmte ohne den Brustgurt anzulegen.

Doch noch rundum ausgerüstet ging es nach draußen. Erster Pulspunkt, der gerade mir mit meinem eher dünnen Handgelenk auffiel: das Armband hat durchgehende Löcher und lässt sich auf die Art auch an meinem Arm anbringen, ohne beim Laufen zu rutschen. Gerade bei langen Läufen würde das doch eher stören und eventuell sogar scheuern.

Um die Uhr aus dem Standby-Modus zu holen, streicht man lediglich einmal über das Display und schon sucht sie nach dem Herzfrequenzsensor und einem GPS-Satelliten. Den Sensor findet sie sofort, die Satellitensuche kann ein Momentchen dauern. Dies ist aber auch immer ortsabhängig, bei mir direkt vorm Haus findet auch das Smartphone nie ein GPS-Signal. ;-)

Über das Display mag man sich als eifriger Nutzer von Smartphones und Tablets zunächst wundern, es reagiert nämlich nicht so sensibel wie man es von genannten Geräten gewohnt ist. Ein Blick in die Beschreibung erklärt jedoch ganz logisch warum: es wurde entwickelt um es eben beim Laufen schnell mit dem Fingernagel zu bedienen. So empfindlich, dass man beispielsweise durch Entlangstreifen eines Ärmels etwas verstellt oder unabsichtlich gleich drei Menüpunkte weiterklickt, soll es gar nicht sein.

Einmal Start gedrückt und los ging es aus der Stadt in den Wald. Während des Laufs hat man vier Anzeigen zur Auswahl, zwischen denen man durch Berühren des Touchscreens leicht wechseln kann. Die Startanzeige besteht aus Stoppuhr, Distanz und Pace, eine Berührung und schon weiß man Herzfrequenz und den altersadaptierten Frequenzbreich, in dem man sich befindet. Egal ob man nun lieber nach Herzfrequenzen läuft, eher nur nach Pace oder gerne beides im Auge behält – kein Problem für den Forerunner 610. Wer mag hat mit dem dritten Anzeigemodus seinen eigenen Virtual Partner® stets dabei, die vierte entspricht dem Standby-Modus mit Uhrzeit, Datum und Wochentag. Für mich genau die richtige Balance aus allem, was ich während des Laufs wissen möchte, aber ohne viel Schnickschnack, der mich vielleicht nach dem Lauf am PC interessiert, beim Lauf jedoch nur verwirrt. Lediglich die verbrannten Kalorien zeigte mir meine alte Uhr mit an, beim Forerunner 610 sieht man diese erst am PC. Oder ich habe die Funktion noch nicht gefunden, ich werde da mal nachforschen ;-)

Besonderes Augenmerk lag auf der Herzfrequenzmessung, da ich einerseits ja den Brustgurt bewerten sollte, andererseits mein Training bisher Herzfrequenz-basiert gestaltet habe – egal ob Laufen, Spinning oder Crosstrainer, auf den richtigen Frequenzbereich legte ich stets viel Wert.

Zu Beginn erhielt ich eine normale Ruhefrequenz, die natürlich beim Loslaufen sofort steil anstieg. Die doch eher hohen Frequenzen führte ich auf meine lange Trainingspause zurück. Angenehm fand ich auch, dass die Uhr in der Grundeinstellung nicht sofort zu piepsen beginnt, wenn man über den Pulszielbereich kommt. Für den Anfänger sicher hilfreich, schaltet man das nervige Piepsen doch spätestens beim ersten Tempotraining aus – man weiß recht schnell, was eine zu hohe Frequenz ist und ignoriert sie bei solchen Trainingseinheiten ja doch meistens. Sicherlich lässt sich aber auch ein Pulsalarm einstellen.

Es wurde weder völlig unrealistische Werte über 200/min angezeigt noch gab es Phasen, in denen die Anzeige leer blieb. Was blieb war der Eindruck, dass mein Puls doch „verdächtig stabil“ wirkte, auch bei Änderungen im Pace, schien sich an der angezeigten Frequenz nicht sofort etwas zu ändern. Bei Überlegungen zu Echtzeitmessung und Herausrechnen von Artefakten entschied ich mich den Forerunner 610 einfach mal im Direktvergleich zu meiner alten Uhr auszuprobieren. Über diesen „speziellen Wettkampf“ mehr in meinem nächsten Artikel, es sei nur soviel verraten: das Ergebnis überraschte mich doch ein wenig.

Insgesamt war der erste Lauf wirklich genial: der Brustgurt ist bequem, verrutscht nicht auch ohne ihn extrem eng einzustellen und hinterlässt keine wunden Scheuerstellen – zumindest auf meine 10 Kilometerchen. Die Herzfrequenz wird konstant und realistisch gemessen, die Bedienung des Touchscreens ist auch bei anstrengenden Etappen ganz leicht und erfordert keine besondere Aufmerksamkeit oder Fingerfertigkeiten.

So kann man sich ganz auf das wesentliche konzentrieren und seinen Lauf einfach nur genießen.

Eure @Jola_rennt

Forerunner 610 – Der erste Eindruck

Selten habe ich so sehnsüchtig auf den Postboten gewartet wie am vergangenen  Samstag. Da blödelte man ein bisschen im #twitterlauftreff herum, tauscht Erfahrungen aus und eh man sich versieht darf man eine Pulsuhr von Garmin testen. Aber nicht irgendeine, nein: den Forerunner 610! Sehr gespannt und hocherfreut konnte ich dann mein kleines Päckchen aus Garminien auspacken…

„Oh je, so viele Einzelteile…“

Dies mag der vielleicht nicht ganz so technisch versierte Läufer beim Öffnen des Kartons zunächst denken. Auf den zweiten Blick wird aber schnell klar: alles völlig easy und selbsterklärend.

Das Netzteil lässt sich  mit zwei aufsteckbaren Adaptern bestücken, für unsere Steckdosen sowie für ausländische Modelle. Auf die Art ist der Forerunner 610 auch im Urlaub oder auf Geschäftsreisen problemlos aufzuladen.

Dieses wird per USB mit dem Ladekabel verbunden, welches wiederum magnetisch an der Uhr haftet. Zwei Handgriffe und schon piepste es und das Display zeigte den Ladezustand an. Zur kabellosen Übertragung der Trainingsdaten wird außerdem noch ein USB Stick mitgeliefert sowie für mich als „Garmin-Neuling“ ein Pulsmesser mit Textilgurt. Weiteres Zubehör muss nicht extra gekauft werden, um alle Funktionen der Uhr zu nutzen.

Einstellungssache

Die schlicht schwarze Uhr selber kommt schon etwas vorgeladen, ich hätte also auch gleich einen Testlauf starten können – aber ein bisschen länger beherrschen konnte ich mich dann doch. Ich hielt mich an die Kurzanleitung, ein ausführliches Benutzerhandbuch erhält man auf CD-Rom. Zugegeben: es ist manchmal besser, dies auch zu lesen, allerdings wollte ich eben laufen und keinen Roman durchackern. Und es ist ja auch schließlich nicht das erste Gerät, das ich programmieren wollte. ;-)

Zu meinem Glück ist das Menü mit dem Touchscreen so kinderleicht zu bedienen, dass ich im Handumdrehen Alter, Körpergröße, Gewicht und Geschlecht eingestellt hatte. Datum, Uhrzeit und die richtige Sprache wusste der Forerunner 610 schon. Ein kurzer Blick auf die Zeichenerklärung in der Kurzanleitung, ein wenig Herumspielen und es konnte theoretisch losgehen.

Der Gurt

Eigentlicher Hintergrund für den ganzen Test ist mein „kleines Gurtproblem“. Die länglichen Pulsgurte aus Vollplastik vieler älterer Modelle sind in der Unisexvariante nämlich offenbar nicht für den schmalen weiblichen Brustkorb gemacht. In den Standardgrößen rutschten sie mir beim Laufen herunter, die Sensorflächen hatten keinen Hautkontakt oder ich musste den Gurt so eng einstellen, dass er nach einem längeren Lauf zum „einschneidenden Erlebnis“ wurde. Schwierig seinen Lauf zu genießen und im Wettkampf alles zu geben, wenn man ständig am Gurt zerren muss, weil die Herzfrequenz nicht angezeigt wird. Daher hatte ich mir für meine alte Pulsuhr einer anderen Marke extra einen neuartigen Textilgurt zugelegt, in der kleinsten Größe gegen das Verrutschen. Dieser sitzt nun – na ja, „wirklich eng“.

Umso gespannter war ich auf den Garmin Textilgurt, auf Verstellbarkeit und Komfort. Beim ersten Anlegen saß er eigentlich schon perfekt, ich hätte ihn aber auch noch enger machen können. Oder sehr viel weiter. Das kleine, leichte Messmodul wird per Druckknopf mit dem Gurt verbunden.

So fiel der erste Eindruck des Gurtes schon einmal positiv aus. Einziges kleines Manko: man soll den Textilteil nach dem Training ausschließlich von Hand waschen. Meinen alten Gurt warf ich immer einfach mit der Funktionswäsche in die Maschine. Da ich mir nicht sicher bin, ob es schlecht für die Hautkontaktflächen ist oder ob es nur um die kleinen Teile geht, die theoretisch beim Ablösen die Waschmaschine kaputt machen könnten, probiere ich das lieber nicht aus. Allzu aufwendig ist es nun auch nicht, ihn per Hand auszuspülen – und von Zeit zu Zeit mal in Waschmittel einzuweichen.

Nun konnte ich die aufgeladene Uhr umbinden, die dank der durchgehenden Löcher im Armband selbst an mein zierliches Handgelenk passt. Und los ging es zum ersten Testlauf…

…darüber mehr im nächsten Artikel. Liebe Grüße, eure @Jola_rennt